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Mercosur: 5 Gründe, wieso die anderen Parteien irren

Liebe SP, SVP, Grüne und «Mitte»: Statt Krimis solltet ihr diesen Sommer besser Fakten über den Mercosur-Vertrag lesen. Im Nationalrat habt ihr das wichtige Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten versenkt und gefährdet dadurch Tausende von Arbeitsplätzen. Hoffen wir, dass eure Ständeräte nach dem Sommer der FDP folgen und den Freihandelsvertrag retten. Für die KMU und für alle, die den Wecker stellen.

Schweizer KMU ächzen unter dem starken Franken, den hohen Energiepreisen und unfairen US-Zöllen. Freihandelsabkommen mit Schwellenländern sind wichtiger denn je, um den Schweizer Wohlstand zu verteidigen. Deshalb hat die FDP im Nationalrat geschlossen für das Mercosur-Abkommen gestimmt!

Doch eine Koalition von Politikerinnen und Politikern der SP, SVP, Grünen und «Mitte» stimmte aus den unterschiedlichsten Gründen dagegen. Hier sind die fünf wichtigsten Gründe, weshalb die anderen Parteien einlenken müssen.

1. Das Mercosur-Abkommen macht die Schweiz unabhängiger

Wer mit vielen frei handelt, ist keinem Partner ausgeliefert. Diversifikation ist für eine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz überlebensnotwendig. Das zeigt die schädliche Zollpolitik von Donald Trump. Und das beteuert die SVP unermüdlich, wenn es um unser bilaterales Verhältnis mit der EU geht.

So steht im Programm der SVP, die Schweiz solle mit allen Staaten auf Augenhöhe Handel treiben und sich nicht einseitig auf die EU fokussieren.[1] Trotzdem stimmten viele SVPler im Nationalrat mit den Linken, sie versenkten das Mercosur-Abkommen. Die Folge? Schweizer KMU werden gegenüber EU-Konkurrenten benachteiligt. Denn die EU hat das Abkommen bereits. Wer zu spät kommt, verliert Marktanteile – und damit Wertschöpfung in der Schweiz. 

2. Das Mercosur-Abkommen schützt den Wohlstand

Die Schweiz ist ein Exportchampion. Das Mercosur-Abkommen eröffnet unseren KMU einen riesigen neuen Markt mit 270 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten schützt dies den einzigartigen Schweizer Wohlstand, um den wir weltweit beneidet werden.

Trotzdem hat die «Mitte» den Mercosur im Nationalrat scheitern lassen. Der Partei sei über den Sommer ans Herz gelegt, was «Mitte»-Ständerat Erich Ettlin auf seiner Website schreibt: «Eine gesunde Wirtschaft ist die Basis für das Erfolgsmodell Schweiz. Durch die vielen erfolgreichen KMU ist die Schweizer Wirtschaft auch im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt.»[2].

3. Das Mercosur-Abkommen sichert Arbeitsplätze

Alleine im vergangenen Jahr sind in der Schweizer Tech-Industrie über 6’000 Arbeitsplätze verloren gegangen, wie der Branchenverband Swissmem kürzlich bekannt gab. Viele weitere Jobs sind bedroht. Das Mercosur-Abkommen wäre ein Hoffnungsschimmer für alle KMU, die bereits die nächsten Sparrunden planen. Klar, dass ohne florierenden Absatz auch keine Lohnerhöhungen möglich sind.

Und was tun die Sozialdemokraten? Sie bekämpfen das Mercosur–Abkommen wie auch das Abkommen mit Malaysia. Dadurch vernichten sie Jobs und verhindern, dass neue geschaffen werden. Über den Sommer sei den Genossen ihr Parteiprogramm von 2010 ans Herz gelegt: «Gerecht bezahlte Arbeit ist zudem das beste Mittel gegen Armut», steht da zu lesen.[3]

4. Das Mercosur-Abkommen finanziert die Landwirtschaft

Die Schweiz ist stolz auf ihre Bäuerinnen und Bauern – und dankbar für die wertvolle Arbeit, die diese für die Allgemeinheit leisten. Deshalb subventionieren wir die Landwirtschaft mit rund 4 Milliarden Franken pro Jahr, also fast gleich viel, wie sie an Bruttowertschöpfung erbringt (5 Milliarden Franken).

Damit sich die Schweiz eine starke Landwirtschaft weiterhin leisten kann, muss die Exportindustrie brummen. Umso unverständlicher ist es, dass die Schweizer Bauern das Mercosur-Abkommen bekämpfen. Dieses sieht für sensible Agrarprodukte wie Fleisch und Wein sogar Kontingente vor. Laut dem Weinbauern und SVP-Bundesrat Guy Parmelin wären die Auswirkungen des Mercosur-Freihandelsvertrags auf die Landwirtschaft «begrenzt».[4]

5. Das Mercosur-Abkommen hilft dem «globalen Süden»

Nicht primär die Entwicklungshilfe, sondern die Teilnahme an der Weltwirtschaft hat Milliarden von Menschen aus tiefster Armut befreit. Freihandel macht alle reicher, auch die Armen im «globalen Süden», für den sich die Grünen angeblich engagieren. Wieso bekämpfen sie dann den Mercosur?

Die FDP empfiehlt den Grünen, über den Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren und nachzulesen, was die brasilianische Umweltaktivistin und frühere Klimaministerin Marina Silva über das Mercosur-Abkommen geschrieben hat. «Die Verhandlungen führten zu einem ausgewogenen Text, der den aktuellen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen gerecht wird», sagte Marina Silva 2026 in einem offiziellen Communiqué des brasilianischen Umweltministeriums zum fertig verhandelten Mercosur-Abkommen mit Europa.[5] Völlig zu Recht: Gerade ein Freihandelsabkommen macht Umwelt- und Sozialstandards verbindlich.

[1] SVP-Parteiprogramm 2023-2027
[2] Mitte Ständerat Erich Ettlin, Website: Meine Politik
[3] SP Schweiz Parteiprogramm
[4] L'AGEFI « Le Mercosur aura un impact «limité» sur l'agriculture suisse», 25. Februar 2026
[5] Offizielle Meldung von „Agência Brasil“, einer Nachrichtenagentur der brasilianischen Regierung, unter Berufung auf Marina Silva, brasilianische Umweltministerin (2023–2026) und Mitglied der Grünen, 10. Januar 2026